Einmal im Monat schreiben wir über unsere Arbeit bei UMSTEUERN! Robin Sisterhood e.V. und über aktuelle Entwicklungen, Veranstaltungen und Themen, sowie über die Arbeit unserer Fachberatungsstelle LEUCHTZEICHEN. Auf dieser Seite findet ihr den aktuellen Newsletter und die vergangenen. Viel Spaß beim Stöbern!
Aktueller Newsletter
Zwischen Durchatmen und Dranbleiben – August 2026
Einmal kurz die Füße ins kalte Wasser
Hallo ihr Lieben,
kennt ihr dieses Gefühl, wenn die Luft draußen drückend warm ist und ihr einfach nur die Füße in einen Bach oder eine Wanne mit kaltem Wasser halten möchtet? Nur für einen Moment. Nicht, um stehen zu bleiben – sondern um neue Kraft zu sammeln.
So fühlt sich für uns gerade der Beginn der zweiten Jahreshälfte an.
Viele Menschen sind im Urlaub, Termine werden verschoben und vieles wirkt ein wenig ruhiger. Gleichzeitig erleben wir oft genau das Gegenteil: Menschen haben plötzlich Zeit, sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.
Während draußen also manches langsamer wird, bleibt es hinter den Kulissen oft erstaunlich lebendig.
Auch in diesem Newsletter nehmen wir euch wieder mit: Wir starten mit einem Gastbeitrag, berichten, warum unser Awareness-Team immer häufiger angefragt wird, erinnern an unsere langfristige UKA-Umfrage, geben ein Update zu unserem psychosozialen Gruppenangebot. Dann geht es noch um einen Hackerangriff und einen Rechercheratgeber zur Aktensuchten.
Also gönnt euch einen kleinen Moment zum Durchatmen, vielleicht sogar mit den Füßen im kalten Wasser, und begleitet uns durch die nächsten Seiten.
Schön, dass ihr da seid.
Wir freuen uns, dass wir erstmalig in unserem Newsletter ein Gastbeitrag haben! Dr. med. Stefan R.M. Fennrich verklagt zusammen mit Michael Schoppe das Erzbistum Paderborn auf Schadensersatz. Eine Pressemeldung dazu findet ihr am Ende des Beitrags. Vielen Dank an Stefan Fennrich, für die Bereitschaft, einen Artikel für unseren Newsletter zu schreiben.
Jaegerlatein des Erbistums Paderborn
Ein Gastbeitrag von Dr. med. Stefan R. M. Fennrich
Aushebeln der Verjährungsfrist als Ziel, so möchte ich mein aktuelles Vorgehen mit RA Christian Roßmüller und einem Mitstreiter nennen. Ich agiere aus einer Position kompetenter und unabhängiger Stärke, als strategischer Partner auf Augenhöhe mit LEUCHTZEICHEN und ich gehe diesen Weg, der bisher nicht zu Ende gegangen ist.
Im Angesicht der immer wieder versuchten Schutzmaßnahme der katholischen Kirchen. Widerstand auf Augenhöhe. Hier geht es um das Erzbistum Paderborn: statt Seelsorge und Öffnung zum Nächsten, statt gelebter Seelsorge, werden Schutzmauern wie Trutzburgen aufgebaut, gelernt das Mauern und Abwiegeln und in der Studie, publiziert am 12. März 2026 in Paderborn wurde klar nachgewiesen, dass Akten manipuliert, Aufklärung behindert und Täter geschützt wurden. Dem stelle ich mich, mit meinen eigenen urpersönlichen Erfahrungen und mit meiner Lebenskompetenz und als erfahrener Mediziner und Naturwissenschaftler. Und als Arzt, in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie tätig, weiß ich auch, wovon ich spreche.
Eine Institution und es sind deren Menschen mit Namen und Gesichtern, die jahrzehntelang vertuscht und manipuliert haben, verwirkt moralisch und juristisch ihr Recht, sich auf den Faktor Zeit zu berufen, der Verjährung. Auch ist es mein Ziel, der Kirche auf Augenhöhe entgegenzutreten, Namen benennen und Gesichter sichtbar machen, heute der Paderborner Erzbischof Udo Bentz. Pragmatisch an ihn gerichtet: Die Zeit des juristischen Tricksens ist vorbei! Und ein Appell an alle Betroffenen: Steht auf, erhebt Eure Stimme, Leuchtzeichen kann Eure Stimme entgegennehmen.
Und bereits Kardinal Marx adressierte, auf einer Münchner Veranstaltung mit mir, die Systemfrage, ein System, das nun infrage gestellt werden muss. Ich betone den Imperativ MUSS!
Und konkret zum Marienwallfahrtsort Werl und Kardinal-Jaeger: Ein Jaeger aus Paderborn in Werl mit seinem Jaegerlatein ist im Angesicht der Schutzmantelmadonna entlarvt! Und am Ende!
Zum Autor: Dr. med. Stefan R. M. Fennrich ist Arzt und Naturwissenschaftler. Er ist in Werl aufgewachsen und zur Schule gegangen und arbeitet heute als Arzt in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Ulm. Gemeinsam mit seiner Frau, der Konzertpianistin Elena Fennrich, entwickelt er unter dem Titel „Musik im Dialog mit der Seele“ Kunstprojekte an der Schnittstelle von Musik, Medizin und existentiellen Grenzerfahrungen. Im Erzbistum München und Freising gestaltete er für Kardinal Marx ein öffentliches Projekt zum Thema Missbrauch.
Unser Awareness-Team ist gefragt
Vielleicht habt ihr schon einmal gelesen, dass LEUCHTZEICHEN auch als Awareness-Team bei Veranstaltungen im Einsatz ist. Aber was bedeutet das eigentlich?
Awareness bedeutet zunächst einmal: aufmerksam sein. Doch für uns geht es um weit mehr als das.
Sexualisierte Gewalt geschieht selten offen. Sie lebt von Manipulation, dem Missbrauch von Vertrauen, Schuld- und Schamgefühlen, Isolation und häufig auch vom Schweigen des Umfelds. Deshalb betrifft das Thema nicht nur die Menschen, die Gewalt erlebt haben, sondern auch die Strukturen und das Miteinander, in dem wir uns bewegen: unsere Gesellschaft.
Genau deshalb brauchen Veranstaltungen zu sexualisierter Gewalt einen besonderen Rahmen.
Während sich Veranstalter*innen oft darauf konzentrieren, dass organisatorisch alles funktioniert, achten wir auf die Menschen. Gibt es Rückzugsmöglichkeiten? Ist jemand da, wenn belastende Erinnerungen, starke Gefühle oder Störungen auftauchen? Wie können Diskussionen auch bei unterschiedlichen Meinungen respektvoll und wertschätzend bleiben? Und wie schaffen wir einen Raum, in dem Betroffene sich sicher fühlen können?
Als Fachberatungsstelle bringen wir dafür nicht nur Erfahrung, sondern auch fundiertes Wissen über die Dynamiken sexualisierter Gewalt mit. Dieses Wissen hilft uns, Situationen früh wahrzunehmen, sensibel zu begleiten und dort Unterstützung anzubieten, wo sie gebraucht wird.
Dass wir als kirchenunabhängige Fachberatungsstelle angefragt werden, ist dabei kein Zufall. Für viele Veranstalter*innen und Betroffene ist unsere Unabhängigkeit ein wichtiger Vertrauensfaktor. Sie wissen: LEUCHTZEICHEN ist eine externe Anlaufstelle ohne institutionelle Verflechtungen zur Kirche. Gleichzeitig gibt es die Sicherheit, dass Betroffene nicht nur während der Veranstaltung begleitet werden, sondern bei Bedarf auch im Anschluss auf ein professionelles Beratungsangebot zurückgreifen können.
Im vergangenen Monaten durften wir bereits mehrere Veranstaltungen als Awareness-Team begleiten – und freuen uns sehr, dass wir auch für die nächsten Monate und sogar das kommende Jahr angefragt wurden. Das zeigt uns, wie wichtig ein achtsamer Rahmen und unabhängige fachliche Unterstützung bei sensiblen Themen sind.
Wenn ihr selbst eine Veranstaltung plant oder mehr über unser Awareness-Konzept erfahren möchtet, findet ihr alle Informationen auf unserer Homepage.
Neuer Rechercheratgeber für Akten
Wer sexualisierte Gewalt erlebt hat und sich mit der eigenen Geschichte auseinandersetzen möchte, stößt oft auf eine große Hürde: Wo gibt es überhaupt Akten – und wie kann ich sie einsehen?
Genau dabei soll ein neuer Rechercheratgeber helfen. Im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission des Bundes haben Forschende der Universität Hildesheim einen Leitfaden entwickelt, der Betroffene dabei unterstützt, Akten zu finden und Einsicht zu beantragen.
Der Ratgeber erklärt verständlich, welche Rechte Betroffene haben, welche Stellen Akten führen können und welche Schritte auf dem Weg zur Akteneinsicht hilfreich sind. Gleichzeitig richtet er sich auch an Forschende, die institutionelle Aufarbeitung begleiten und dafür Zugang zu entsprechenden Unterlagen benötigen.
Wir finden: Ein wichtiger Baustein für mehr Transparenz und eine selbstbestimmte Aufarbeitung.
Den Rechercheratgeber könnt ihr hier herunterladen.
